Allgemeine Laufrad-Info

Bevor du dir ein Laufrad für deinen Nager zulegst, findest du hier noch einige wichtige Informationen und vielleicht Entscheidungshilfen um das passende Laufrad zu finden. 

Sind Laufräder wirklich sinnvoll?

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Es gibt Menschen die sind der Meinung, das Laufräder überflüssig sind und sie teilweise gar verteufeln. Frei nach dem Motto, in der freien Natur haben die Tiere auch kein Spielzeug zur Verfügung. Oftmals werden diese Personen auch darin bestärkt, dass sie Tiere kennen -oder irgendwelche Videos gesehen haben- welche stereotypische Verhaltensweisen zeigten, da sie ständig in ihrem Laufrad liefen und es wie eine Sucht für die Tiere war. Aber hier sei bereits gesagt, das dies auf das Fehlverhalten des Tierhalters zurück zu führen ist.

Dann gibt es wiederum Personen die sind total begeistert was dieses Thema betrifft. Häufig kommt es allerdings vor, dass sie ihren Nagern (aus Gründen der Lesbarkeit werde ich nur die Abkürzung „Nager“ bzw. das Plural „Nagern“ von Nagetier verwenden, selbstverständlich schließt dies sämtliche Gattungen wie z. B. Hamster, Ratten, Mäuse, Degus etc. mit ein) nur das Laufrad im Terrarium anbieten. Sie sehen das die Tiere das Rad sehr gern annehmen und kaum etwas anderes machen als die Zeit mit fressen, trinken und laufen verbringen. Aber genau das ist die Gefahr dabei, dann könnten die Tiere sich zu sehr daran gewöhnen und vielleicht später auffällige Verhaltensweisen zeigen. Was wiederum die Kritiker von Laufrädern in die Karten spielt.

Aber es ist auch unterschiedlich von Art deiner Nager. Hamster zum Beispiel sind Tiere, welche ein Laufrad wirklich nötig haben, sie nutzen es sehr gern. Vermutlich ist aus diesem Grund das Laufrad in der Bevölkerung als „Hamsterrad“ verankert, weil Hamster mit die ersten Tiere waren wo diese Laufräder genutzt wurden. In der Natur legen Hamster jede Nacht mehrere Kilometer an Strecke zurück. Also Bewegung ist diesen Tieren wichtig und deshalb laufen die meisten sehr gern und ausdauernd in einem Rad. Bitte informiere dich zu artspezifischen Fragen gern auf einschlägigen Internetseiten bzw. -Foren. Ich werde in den nächsten Monaten einige dieser Foren und Internetseiten, hier indirekt in verschiedenen Artikeln erwähnen. Denn es gibt einige interessante Internetseiten zur Nagerhaltung, die ich niemanden vorenthalten möchte.

Falls Du jetzt nicht die Zeit hast alles zu lesen, kommst du hier zu unserem Nager-Laufrad-Vergleich. Es sei aber erwähnt, dass es durchaus wichtig ist die nachfolgenden Themen zu lesen, bevor man sich mit den einzelnen Laufrädern für Nagetiere befasst.

Zum Glück denken die meisten Halter von Nagetieren, das der Mittelweg, wie so häufig, das Beste ist. Und genau so sieht es aus. Es ist zu empfehlen das man den Nagern ein Laufrad anbietet. Viele Tiere nutzen Räder zum Stressabbau, was durchaus positiv zu sehen ist. Jedoch sollten wir Nagetierhalter im Hinterkopf haben, dass ein Nagerrad nichts anderes ist als ein Spielzeug. Wir bieten unseren Kindern ja auch nicht nur ein Spielzeug an.

Wir dürfen eines nicht vergessen, es sind Lebewesen wie Du und ich. Alle diese Tiere sind einzelne Individuen. Und somit unterscheiden sich auch die Geschmäcker. Es gibt Tiere welche Laufräder toll finden und andere scheren sich nicht darum. Manche nutzen das Rad nur um sich mal da hinein zu hocken und ein klein wenig von Links nach Rechts zu schaukeln. Und andere (ich denke die Mehrzahl) laufen wirklich sehr intensiv in den Laufrädern.

Nur wie stelle ich das nun an? Wie ich bereits erwähnte, sollte man die Nagerlaufräder nicht als permanentes Inventar im Terrarium haben. Aber ich persönlich habe einige Terrarien wo die Laufräder ständig drin stehen. Das liegt daran, dass ich genau weiß wie häufig jede einzelne Maus das Laufrad nutzt. Ich hatte z. B. eine größere Gruppe mit vier Tieren, welche sich regelmäßig abwechselten. So kam das Laufrad schon sehr intensiv zur Nutzung, aber umgerechnet auf jede einzelne Maus, war das Laufverhalten absolut normal.

Als Tipp von mir: beobachte Deine Tiere genau. Wie intensiv nutzen sie das Laufspielzeug? Kommt es evtl. zu Auseinandersetzungen? Was leider nicht so unwahrscheinlich ist. Ich hatte mal eine Wüstenrennmaus, welche ständig das Laufrad für sich beanspruchte bzw. diesen Anspruch umsetzen wollte. Aber da hatte der Bruder was gegen und so kam es schon des Öfteren zu Rangeleien. Auch kann es vorkommen, wenn zwei Nager versuchen zeitgleich das Gerät zu nutzen, das unkontrollierte Stürze als Folge resultieren könnten. Hier ist es zu empfehlen, nach einem geeignetem Standort für das Laufrad zu suchen, es sollte ebenerdig sein, damit die Gefahr eines Umfallens des Laufrades minimiert wird. Außerdem sollten keine Einrichtungsgegenstände wie z. B. „Wohnhäuser“, Sandbadehäuschen, Klettergegenstände etc. in unmittelbarer Nähe des Laufrades stehen.

Es ist ebenso wichtig zu beachten, das Laufräder kein Ersatz  für ein abwechslungsreich und interessant ausgestattetes Terrarium sind. Es kann immer nur ein zusätzlicher Bestandteil einer abwechslungsreichen Ausstattung sein. Wenn ein Terrarium interessant eingerichtet ist, langweilen sich die Tiere nicht und halten sich dann nicht ständig im Laufrad auf. Es gibt diverse Gegenstände für das Terrarium, viele kann man sich kaufen, einige selbst bauen und teilweise total kostenlos besorgen (Kartons, Toilettenpapierrollen, Zweige von Bäumen [hier ist darauf zu achten das die Baumart für dein Nagetier nicht giftig ist], etc.).

Gerade am Anfang, wenn Du die Tiere noch nicht genau kennst, oder aber wenn das Laufrad als neue „Attraktion“ ins Terrarium kommt, stelle es nur zeitweise zur Verfügung. Schaue wie es angenommen wird. Anfangs wird es vermutlich stark genutzt werden, dann nehme es nach ein paar Stunden wieder aus dem Terrarium und stelle es erst am nächsten Tag wieder hinein.  Nach einiger Zeit wirst du sehen -und auch einschätzen können- wie intensiv die Nutzung des Rades ist. Ich kann bei den meisten meiner Terrarien die Laufräder ständig darin stehen haben, da sie (gerade wenn die Mäuse aktiv sind, schlafende Mäuse nutzen selten Laufräder 😉 ) dennoch nur zeitweise genutzt werden.

Laufrad und Mäuse

Wie auf diesem Bild zu sehen, ist das Spielzeug sehr beliebt, erkennt man an den Abnutzungsspuren, es ist allerdings auch schon einige Jahre alt. Die mongolischen Wüstenrennmäuse sind aber in diesem Augenblick nicht an dem Laufrad interessiert. Die Tiere machen einen entspannten Eindruck, was ein gutes Anzeichen für Zufriedenheit ist.

 

Warum sollte ich meinem Nagetier ein Laufrad anbieten?

Wie bereits erwähnt, ist ein positiver Aspekt des Laufrades, der Abbau von Stress. Außerdem ist es für einige Tiere gut etwas mehr Bewegung zu haben. Es ist oftmals zu beobachten, das Nager im Terrarium etwas mehr „Speck ansetzen“ als freilebende Tiere. Dies liegt zum einen daran, dass der Halter viel fetthaltiges Futter (wie z. B. Nüsse, Keime oder auch die bei Haltern beliebten Leckerlies, welche oftmals viel Zucker und Fett enthalten) geben oder aber die Tiere sich ein eigenes Futterdepot anlegen. Was prinzipiell nicht verkehrt ist, da einige Tierarten dies als Sicherheit einfach tun und es auch brauchen. Jedoch kann es passieren, dass die Tiere sich mehrere oder sehr große Depots anlegen, welche dem Halter teilweise nicht bekannt sind. Auf das Thema Futter werde ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, da es sonst den Rahmen dieses Artikels sprengen würde.

Deshalb ist es wichtig, dem Tier ausreichend Bewegung zu ermöglichen. Da einige Tiere in Terrarien mit absoluten Mindestmaßen oder gar in einfachen Kleintierkäfigen aus Kunststoff gehalten werden, ist das Platzangebot für die Tiere nicht sehr groß und somit auch die Möglichkeit der Bewegung stark eingeschränkt. Gerade für diese Nager wäre das Anbieten eines Laufrades, oder auch eines Lauftellers, sehr wichtig. (Siehe dazu meine Seite über Laufteller, klicke auf den folgenden Button um auf die richtige Seite zu gelangen:

Man kann seinen Nagern natürlich auch anderweitig mehr Bewegung verschaffen. Es gibt einige Halter, welche die Tiere in einem Raum der Wohnung, oder des Hauses, laufen lassen (hier muss aber auf Sicherheit geachtet werden, keine offenen Kabel, keine größeren Ritzen usw.). Außerdem gibt es noch Freilaufgehege für die Wohnung, welche dem Tier zusätzlichen Platz bieten, zumindest zeitweise. Jedoch ist darauf zu achten, das die meisten im Handel erhältlichen Freilaufgehege ca. 30 cm Höhe haben. Diese Höhe ist allerdings für viele Nager kein Hindernis, selbst kleinere Nager wie z. B. Hamster schaffen es, an den Gitterstäben hinaufzuklettern.  Aber mit ein wenig Kreativität und/oder handwerklichem Geschick, kann man diese Freilaufgehege auch ausbruchssicherer machen. Zum Beispiel durch das drauflegen eines passenden Drahtgeflechtes.

 

Was tun, wenn mein Terrarium zu klein für ein Laufrad ist?

Diese Frage ist berechtigt, denn auch ein Terrarium mit Mindestmaßen, für das jeweilige Nagetier, kann für ein Laufrad zu klein sein. Hier ist nicht die Grundfläche gemeint, sondern die Höhe des Terrariums / Kleintierkäfigs. Denn ein größeres Laufrad kann eine Höhe von über 45 cm erreichen, wenn dazu noch die Einstreu kommt, kann es durchaus problematisch werden. Platzmangel kann verschiedene Faktoren haben, was ein Aufstellen eines Rades schwieriger macht.  Manchmal hilft ein wenig Kreativität um eine Lösung zu finden. Auf die unterschiedlichen  Laufradmodelle möchte ich an anderer Stelle eingehen.

Wüstenrennmäuse z. B. benötigen eine relative hohe Einstreu, was wiederum zur Folge haben kann, das die Laufräder von den Mäusen zugebuddelt werden könnten. Somit ist ein geräuscharmes Laufen nicht mehr möglich, da die Einstreu innerhalb des Laufrades durchgewirbelt wird (ähnlich wie die Wäsche in einer Waschmaschine). Zusätzlich besteht die Gefahr, dass durch das Einstreu oder Badesand die Kugellager verunreinigt werden, wodurch ein extremes Laufgeräusch entstehen kann und/oder das Laufrad unrund läuft. Wenn das Terrarium etwas größer ist, kann man einen extra Bereich für das Laufrad absperren (z. B. mit kleinen Gittern oder Holzpalisaden. So das in dem Bereich des Laufrades nur wenig Einstreu vorhanden ist, oder das Gerät steht auf einem kleinen Podest.  Als Beispiel dienen folgende Bilder.

Gitter für Abschirmung vor Einstreu
Laufrad auf Podest
Holzpalisade als Raumteiler, dahinter ist die Einstreu wesentlich höher als im Laufrad-Bereich.

 

Falls jedoch das Terrarium so klein ist (in meinem Bereich der Produktempfehlungen, findest du auch passende Terrarien), dass dies nicht so ohne weiteres möglich sein sollte, gäbe es noch weitere Möglichkeiten, entweder man greift auf einen Laufteller (wie bereits weiter oben im Artikel erwähnt, zu erwähnen ist noch, das Laufteller eine größere Grundfläche benötigen als Räder) zurück, oder du bietest dem Nager ein Laufrad in einem Extra-Bereich, außerhalb des Terrariums, an.  Dies kann z. B. ein Freilaufgehege, oder ein kleines ehemaliges Aquarium, oder auch ein größerer Karton sein. Bei diesen Möglichkeiten ist aber darauf zu achten, dass diese meist nicht hunderprozentig ausbruchssicher sind. So ein externer „Spielplatz“ bitte nur unter Aufsicht verwenden.

Auch wird der Nager eine gewisse Eingewöhnungsphase benötigen, um zu erlernen das es verschiedene, von einander getrennte, Bereiche gibt. Dies sollte jedoch nur die Ausnahme sein, da ich persönlich es besser finde, wenn das Tier von sich aus entscheiden kann, wann es das Laufrad nutzen möchte und wann nicht. Kurz gesagt, wenn das Laufrad in seinem gewohnten Umfeld für eine längere Zeit zur Verfügung steht, um es von sich aus nutzen zu können.

 

Aus welchem Material sollte das Laufrad sein?

Dies ist eine wichtige Frage, die es zu beantworten gilt. Wie bereits erwähnt, kann es von Tier zu Tier unterschiedlich sein, was die Vorlieben betrifft. Zunächst einmal muss man sich die Frage stellen, welches Material bevorzuge ich. Erwähnen muss man, das jedes Material seine Vor-, als auch Nachteile hat.
Derzeit gibt es die gängigsten Laufräder aus den Materialien Holz und Kunststoff. Aber auch aus Aluminium und anderen Metallen gibt es Laufräder.

Zunächst sei aber erwähnt, das die billigen Drahtlaufräder und auch Metalllaufräder nicht gut für die Nager sind. Meist sind beide Seiten des Laufrades offen und die Streben der Aufhängung sind exakt daneben. Hier kann, der für die Nager gefährliche, sogenannte Schereneffekt auftreten. Wodurch das Risiko an schweren Verletzungen erhöht wird. Außerdem haben einige Drahtlaufräder Laufflächen aus Drahtgeflecht. Wenn die Maschenweite zu groß ist, können die Tiere sich dort ebenso verletzen (z. B. Fuß stecken bleiben, Krallen rausreißen). Also diese Laufradarten nehme ich komplett aus meinen Vergleich heraus, da diese für die Tiere nicht gut sind. Die beliebtesten sind  eh die Holz-, sowie Kunststofflaufräder.

Die Kunststofflauffräder

Kunststofflaufräder haben zwei starke Vorteile. Erstens sind sie sehr pflegeleicht (können einfach ausgewischt werden), dies ist somit sehr interessant, weil viele Nagerarten dazu neigen, gern in die Laufräder zu urinieren. Außerdem sind sie häufig günstiger als Holzlaufräder und vor allem als Laufräder aus Aluminium. Aus eigener Praxiserfahrung kann ich bestätigen, dass gute Kunststofflaufräder auch relativ leise im Betrieb sind. Es sei denn, ein größeres (stärkeres) Tier rennt wie ein Weltmeister, dann könnte es auch lauter werden 😉 Jedoch sind die aus Kunststoff meist lauter als qualitativ sehr gute Holzräder. Aber diejenigen, welche ich bei mir nutze, sind tatsächlich nicht sehr laut.

Ein kleiner Nachteil ist manchmal (es kommt auf die Begebenheiten an), das sie, durch ihr geringes Eigengewicht, wackeln könnten und evtl. sogar umfallen. Die meisten Laufräder haben aber die Möglichkeit, sich anderweitig im Terrarium anbringen zu lassen (an der Decke oder Wand), der Standfuß muss nicht genutzt werden. Hier muss man aber vor dem Kauf darauf achten, ob diese Option auf das jeweilige Rad zutrifft.

Ein weiterer Nachteil ist, das viele Nager ihre Laufräder annagen, teilweise sogar komplett zerfressen. Das kommt natürlich auch immer auf die Art an. Aber besonders Degus sind sehr nagefreudige und neugierige Tiere, welche gern ihre Laufräder zernagen (bei Degus würde ich persönlich auch eher auf einem Laufteller zurückgreifen). Hier muss darauf geachtet werden, das die Laufräder aus unbedenklichem Kunststoff sind und das sie, wenn sie angenagt werden, nicht splittern. Das könnte zu extremen Verletzungen führen.
Helfen könnte hier, wie so häufig, die Beobachtung der Tiere.

 

Zum Test habe ich mal eine kurze Videoaufnahme gemacht, wo sich zwei Wüstenrennmäuse in einem Kunststofflaufrad abwechseln, hier kann man gut erkennen, dass das Laufrad recht leise im Betrieb ist. Also das ist auf jeden Fall ein großer Vorteil von diesen Laufrädern.

Laufräder aus Holz

Die Räder aus Holz haben den Vorteil, das es wohl die am häufigsten verkauften sind. Es gibt sie in diversen Größen und auch von verschiedenen Herstellern. Aber hier gibt es auch viele schlechte Produkte. Vorteil ist, das sie aus einem natürlichen Rohstoff sind und somit unbedenklich für die Nager. Auch sind sie schwerer als die Laufräder aus Kunststoff und stehen stabil.
Der relativ hohe Preis schreckt viele Käufer zunächst ab. Aber ich kann versichern, es kommt nicht von ungefähr, dass die meisten Halter sich für so ein Laufrad entscheiden.
Wenn jedoch ein Laufrad für, sagen wir mal, 30 € innerhalb von zwei Stunden zernagt wird und nichts mehr davon übrig ist, kann es sehr kostspielig werden.

Nachteilig ist ebenso, dass diese Laufräder schwer gereinigt werden können. Es besteht jedoch die Möglichkeit, diese mit unbedenklicher Farbe oder Lack zu versiegeln. Einige mir bekannte Halter haben sogar die Holzlaufräder ihrer Tiere mit Auluminiumprofilen verkleidet (die Außenhaut sozusagen), damit die Nager nicht so schnell alles zernagen.

Laufräder aus Aluminium

Laufräder aus Aluminium sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Zwar sind die Anschaffungskosten extrem, für gute Laufräder in angemessener Größe (welcher Nager welche Größe benötigt wird später ausführlich beschrieben) können mehr als 100 € pro Rad fällig werden. Jedoch halten diese Laufräder extrem lange.
Der Nachteil dieser Räder ist, dass sie erstens sehr teuer sind und zweitens  haben die meisten keine geschlossene Lauffläche. Dort sind die Aluminiumstäbe oder Holzstäbe (es gibt eine Kombination aus Holz und Alu), welche die Lauffläche bilden, mit kurzen Abständen fixiert, wodurch eine gewisse Spaltenbreite entsteht. Hier habe ich schon von einigen Tierhaltern erfahren, dass sich dort die Nager verletzten. Krallen wurden rausgerissen, weil sie stecken blieben während des Laufens, oder auch Füßchen wurden gequetscht.

Ich persönlich hatte noch nie ein Aluminiumlaufrad und kann dieses Berichte nicht persönlich bestätigen. Man kann diese Ritzen jedoch mit Material ausfüllen, oder ebenso lackieren und die Farbe dort mehrfach trocknen lassen, aber das ist wieder sehr viel Aufwand. Ich kenne Züchter, welche die Ritzen mit anderen Materialien ausstopften, aber auch hier zeigte sich, dass die Tiere liebend gern daran knabberten und dieses Material nicht lange hielt. Und durch das beknabbern der Materialien, haben sich Schlaufen oder Fäden gebildet, worin sich die Nager mit ihren Füßen verfingen.

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, ob er sich so ein teures Rad zulegen möchte oder nicht. Auch darf man folgenden Aspekt nicht vergessen, wenn ich mir ein Laufrad für 130 € oder mehr kaufe, und die Tiere dieses dann nicht nutzen, wäre es ärgerlich. Natürlich kann man diese Räder dann auch weiter verkaufen, ob sich ein Käufer findet kann ich nicht sagen. Es wird sicherlich jemand gefunden, es kann aber dauern. Qualität ist jedenfalls unbestritten vorhanden und wenn die Tiere es annehmen und ihre Freude daran haben, ist es eines was vermutlich über mehrere Generationen benutzt werden kann.

Aluminumlaufrad ist da

Ich habe mir nun doch ein Aluminumlaufrad bestellt. Es gibt diverse Anbieter auf dem Markt und darunter sind bekannte oder weniger bekannte. Ich habe mich dazu entschieden, ein Laufrad von einem Hersteller aus dem europäischen Ausland zu besorgen. Viele trauen sich nicht im Ausland Waren zu kaufen, weil sie verschiedene Zweifel haben. Ich habe es für euch einfach mal getestet. Ich werde in meinem Blog ausführlicher darüber berichten und einen kleinen Testbericht dort veröffentlichen.

Zuerst war ich am überlegen ein Laufrad bei einem deutschen Hersteller zu kaufen, aber dort sind die Lieferzeiten teilweise extrem lang, mehrere Monate Lieferzeit sind hier keine Ausnahme. Also habe ich nach Alternativen geschaut und diese auch tatsächlich gefunden. Der Anbieter kommt aus Tschechien und hat verschiedene Laufradgrößen im Angebot. Die Laufräder kann man sich unter www.nagerlaufrad.com  anschauen -hier gibt es die verschiedensten Ausführungen- und natürlich auch bestellen. Der Hersteller ist wirklich sehr freundlich und man kann auch immer nachfragen falls es was zu klären gibt.

Ich habe mal ein kurzes Video für Euch gemacht, am Tag der Ankunft des Laufrades. Später werde ich auch noch ein Video aus der Praxis veröffentlichen, um zu zeigen wie es von den Tieren angenommen wird und auch wie die Lautstärke ist usw.

 

Wenn das Laufrad schnell zerfressen wird…

Ich hatte noch nie ein Tier, welches ein Laufrad komplett zerfressen hat. In meiner Anfangszeit hatte ich zwei Rennmäuse, welche sich gern am Holzrad zu schaffen machten, aber ich habe sie gelassen. Und es hat längere Zeit gedauert bis es nicht mehr zu gebrauchen war. Wenn man aber die Laufräder entfernt, sobald das Nagen angefangen wird, kann man es recht gut kontrollieren.  Dies würde ich auch jedem empfehlen. Wenn ich weiß, dass sie die Laufräder zerfressen, dann nicht über Nacht im Terrarium lassen. Es gibt wirklich Nager, die es schaffen ein komplettes Holzlaufrad innerhalb von zwei Stunden aufzufressen.


Es ist immer sehr zu empfehlen, dem Tier ausreichende Alternativen zum Nagen anzubieten, Zweige aus der Natur, oder Holzscheite von gefällten Bäumen, oder auch Kanthölzer (bitte informiere dich vorher, welche Arten von Bäumen/Sträuchern deine Tiere nicht dürfen, da für sie giftig).

 

Welche Laufradgröße ist die Beste für mein Tier?

Hier ist größte Aufmerksamkeit geboten. Dieses Thema ist extrem wichtig! Hier komme ich noch mal auf das Thema zu sprechen, welches ich vorhin bereits kurz angerissen hatte. Laufräder mit 15 cm Durchmesser (ja, die werden tatsächlich häufig im Handel angeboten), sind für nahezu keinen Nager gut! Ein Tier, welches das Laufrad nutzt, sollte während des Laufens einen möglichst geraden Rücken haben. Wenn ein Tier zu groß für das Rad ist, dann wird der Körper unnatürlich gebogen. Sprich, während der Kopf nach oben geht, der Rücken im Tal ist und das Hinterteil wieder nach oben, dann hat die Maus eine Haltung wie ein „U“.  Das ist für die Wirbelsäule extrem schädlich! Hier drohen extreme und wirklich schmerzhafte Haltungsschäden! Oder sogar Bandscheibenvorfälle. Da ich hier nicht auf jedes einzelne Exemplar der Nager (welche Laufräder nutzen) eingehen kann, reiße ich nur eben kurz ein paar häufige Rassen bzw. Tierfamilien an.

Bitte im Internet oder in Fachbüchern zu einzelnen Tierrassen genaue Infos ermitteln! Es gibt so viele Rassen, das man hier den Überblick verlieren würde.

Welche Größe für welche Tierart?

Zwerghamster z. B. brauchen schon ein Laufrad mit mindestens 20 cm Durchmesser, und das sind sehr kleine Tiere. Somit kann man mit Laufrädern unter 20 cm eigentlich nichts anfangen! Jedoch dürfen die Räder auch nicht zu groß sein. Denn durch das höhere Gewicht kann es sein, dass die kleinen Hamster das Rad nicht zum Laufen bekommen oder sich sehr dafür anstrengen müssen. Kleine Goldhamster-Männchen könnten sogar  Laufräder mit weit weniger als 30 cm Durchmesser bevorzugen, obwohl Goldhamster eigentlich größere Räder nutzen sollten.

Degus hingegen benötigen Laufräder mit einem Durchmesser von mindestens 30 cm, 35 cm wäre noch besser. Aber größer geht immer 😉

Chinchillas sollten Laufräder haben mit mindestens 40 cm Durchmesser, besser aber noch größer. Hier eigenen sich auch besonders Laufteller gut. Chinchillas benötigen, genau wie Ratten, täglich Auslauf außerhalb des Terrariums und von daher sind Laufräder nicht zwingend erforderlich, aber es gibt Tiere welche Laufräder dennoch sehr gern nutzen 😉 .

Ratten brauchen nicht zwingend ein Laufrad, da sie im Normalfall genügend Auslauf am Tage bekommen sollten. Denn richtige Rattenliebhaber genehmigen ihren Tieren einen täglichen Auslauf. Ein Laufrad kann natürlich zusätzlich angeboten werden, dies sollte mindestens 40 cm Durchmesser haben. Einen Laufteller könnte man diesen Tieren ebenfalls anbieten.

Wüstenrennmäuse sollten Laufräder von mindestens 29 cm Durchmesser haben, mehr ist aber besser.
Lemminge brauchen ebenso wie die Zweghamster mindestens 20 cm Laufräder.

Als Faustregel kann man sagen, das ein Laufrad das doppelte an Durchmesser haben sollte, wie die Körperlänge (der ausgestreckte Körper) des Nagers ist (ohne Schwanz). Oftmals werden bei den Herstellern andere Maße angegeben. Zum Beispiel werden dort Produkte mit 25 cm Durchmesser angeboten und geschrieben für Tiere zwischen 5 und 18 cm. Aber Tiere mit 18 cm bräuchten ein Rad mit mehr als 35 cm im Durchmesser (18 cm x 2).

 

Wie finde ich das passende Laufrad für meine/n Nager?

Aus jahrelanger Erfahrung als Haustierhalter (nicht ausschließlich Nagetiere) und häufiger Besucher von Zoofachhändlern / Tierbedarfsläden, egal ob große Ketten oder private Anbieter, kann ich folgendes sagen: Oftmals ist die Beratung schlecht, die Qualität nicht gut und teilweise wird gelogen, nur damit der Kunde etwas kauft. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, also gute Händler mit teilweise sehr gutem Personal. Aber diese zu finden ist meist schwer. Wenn dir im Zoofachhandel ein Laufrad angeboten wird, welches einen Durchmesser von 15 cm hat, nehme es nicht mal geschenkt. Das ist für nahezu kein Tier geeignet! Es kommt in der Tat in der Praxis öfters vor, dass ein Händler einem ein solches Rad schenkt, wenn man ein Terrarium oder Kleintierkäfig kauft, aber die Qualität ist häufig nicht gut.

Bei vielen Laufrädern besteht akute Verletzungsgefahr für dein Tier, was nicht nur deinem Tier schlimme Qualen beschert, sondern dir oftmals noch eine hohe Rechnung beim Tierarzt.

 

Darum habe ich diese Seite aufgebaut

Warum ich diese Seite ins Leben gerufen habe, ist genau dieser Aspekt. Nämlich dir dabei zu helfen, das richtige Laufrad für deinen Nager zu finden.  Es ist natürlich schwer zu sagen, welches genau DAS perfekte Laufrad ist, das hängt ja auch von jedem Tier einzeln ab. Und eine Garantie kann dir niemand geben, dass dein Tier das Laufrad auch akzeptiert. Aber ich gebe dir Tipps, worauf du genau achten solltest. Und was ein absolutes Ausschlusskriterium für einen Kauf sein sollte. Natürlich musst du letztendlich selbst entscheiden was du kaufst. Aber evtl. kann ich dir mit meiner Vergleichsseite ein wenig Hilfe geben.

Ich habe die Vergleiche der einzelnen Laufräder und auch Laufteller (vor allem für Ratten, Degus, Chinchillas etc.,  also größere Nagetiere) nach Größen sortiert. Das Material des Laufrades z. B. Holz, Metall, Kunststoff versuche ich in allen Kategorien mit einzubeziehen. Leider gibt es einige Kategorien, welche sehr wenig Auswahl haben und andere wiederum etwas mehr. Und das Problem ist, dass es nicht sehr viel Auswahl an wirklich empfehlenswerten Produkten gibt. Die Meisten sind leider immer noch ungeeignet, was einen Vergleich erschwert, da es nicht viel „Konkurrenz“ gibt. Aber worauf im einzelnen geachtet werden sollte, dass zeige ich dir auf der folgenden Seite.

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